Larva Convivalis
4 Dezember 2023
Diese Miniatur aus dem ersten Jahrhundert des Römischen Reiches stammt aus der Sammlung des Getty Museums. Es hat zwei runde Augenhöhlen, einen breiten grinsenden Mund und große obere Zähne. Es war bei den Römern als Larva convivalis oder Bankettgespenst bekannt. Er wurde einst (zwischen den Gängen einer Mahlzeit) zum Springen und Tanzen gebracht und erinnerte an die Kürze des menschlichen Lebens und die Notwendigkeit, die kurze verbleibende Zeit zu nutzen. Insgesamt sind zehn ähnliche Skelette bekannt, eines aus Silber, eines aus Holz und die restlichen Exemplare aus Bronze. Die unanatomische Wiedergabe der Knochen, ein Merkmal, das allen Skeletten gemeinsam ist, offenbart den Mangel an wissenschaftlicher Genauigkeit dieser Künstler. Wichtiger war vielleicht, dass die knöchernen Gespenster lebendig waren und so die fließenden Tanzbewegungen ihrer beweglichen Gelenke betont wurden. (ROM01 – h. 10 cm.)